
Google Ads stellt ab 1. September ungefragt auf AI Max um, Instagram gibt Nutzern die Themensteuerung, Snapchat nimmt reine KI-Videos aus den Empfehlungen. Was davon dein Konto betrifft.
Fünf Meldungen aus einer Woche. Vier Plattformen. Eine davon greift ab dem 1. September ungefragt in dein Werbekonto ein, zwei ändern die Spielregeln in der Ausspielung, und eine nimmt dir eine Arbeit ab, die du bisher nur durch Löschen und Neuhochladen lösen konntest.
Hier steht, was passiert ist, was davon belegt ist, und was du in den nächsten Tagen prüfen solltest.
Google AdsWas passiert am 1. September in deinem Google-Ads-Konto?
Ab dem 1. September stellt Google Search-Kampagnen automatisch auf AI Max um, wenn sie eines von zwei Alt-Features nutzen: automatisch erstellte Assets oder die Broad-Match-Einstellung auf Kampagnenebene. Die Umstellung rollt über den ganzen Monat aus, nicht an einem Stichtag.
Was danach standardmäßig aktiv ist, hängt davon ab, womit deine Kampagne reinkommt. Kampagnen mit automatisch erstellten Assets bekommen Suchbegriffs-Matching und Textanpassung eingeschaltet. Kampagnen mit kampagnenweitem Broad Match bekommen Suchbegriffs-Matching.
Wichtig ist der Teil, den viele überlesen: Dynamic Search Ads sind diesmal nicht dabei. Deren automatische Umstellung beginnt erst im Februar 2027, und ab dem 28. Februar 2027 lassen sich keine neuen dynamischen Anzeigengruppen mehr anlegen. Neue Konfigurationen der beiden September-Features kannst du seit dem 3. August ohnehin nicht mehr anlegen.

Die Voreinstellung wechselt von „du entscheidest" zu „du widersprichst".
Einen Opt-out-Schalter gibt es nicht. Es gibt zwei Wege, und beide musst du vor dem 1. September gehen: Entweder du schaltest das betroffene Alt-Feature ab, also automatisch erstellte Assets oder den kampagnenweiten Broad Match. Oder du stellst selbst auf AI Max um und konfigurierst die Einstellungen bewusst, statt sie zugeteilt zu bekommen. Google selbst empfiehlt den zweiten Weg mit der Begründung, so behalte man die volle Kontrolle über das Setup.
Ein Detail für alle, die später auf Broad Match zurückdrehen wollen: Keywords, die während der aktiven Phase umgewandelt wurden, tauchen anschließend als entfernt auf und müssen in ihrem ursprünglichen Match Type neu angelegt werden. Zurückdrehen ist also kein Klick, sondern Aufräumarbeit.
Dein Schritt diese Woche: Konto öffnen, Search-Kampagnen durchgehen, bei jeder prüfen, ob automatisch erstellte Assets oder kampagnenweiter Broad Match aktiv sind. Dann entscheiden, statt es entschieden zu bekommen.
Google SucheWas bedeutet das dritte Spam-Update 2026 für deine Sichtbarkeit?
Google hat das August-Spam-Update am 18. August gestartet und nach 2 Tagen und 16 Stunden abgeschlossen. Es ist das dritte Spam-Update dieses Jahres, nach dem März-Update mit 19 Stunden 30 Minuten und dem Juni-Update mit 2 Tagen und 1 Stunde.

Neue Spam-Richtlinien gab es nicht. Google hat die bestehenden Regeln erneut durchgesetzt, das war alles. Das Update zielte ausdrücklich nicht auf Link-Spam und nicht auf die Richtlinie zum Missbrauch der Reputation einer Website.
Für dich heißt das vor allem eins: sauber datieren. Wenn deine Zahlen zwischen dem 18. und 21. August gewackelt haben, kommt dieses Update als Ursache infrage. Wenn sie davor oder danach gewackelt haben, war es etwas anderes. Der Unterschied ist wichtig, weil die falsche Ursache zur falschen Reaktion führt, und die kostet Wochen.
Prüf das mit dem Datumsvergleich in der Search Console: die vier Tage rund um das Update gegen vier vergleichbare Tage davor, getrennt nach Seiten und nach Suchanfragen. Fällt eine einzelne Seitengruppe auf, hast du einen Ansatzpunkt. Bewegt sich alles gleichmäßig, sprich es eher nicht dem Update zu.
InstagramWas ändert sich, wenn Nutzer ihren Instagram-Algorithmus selbst einstellen?
„Your Algorithm" ist keine neue Meldung, sondern der Abschluss einer Serie. Instagram hat die Funktion am 10. Dezember 2025 für Reels angekündigt, am 15. April 2026 auf Explore ausgeweitet und am 10. Juni 2026 auf den Feed. Jetzt ist es ein System über alle drei Flächen: Was jemand an einer Stelle einstellt, wirkt überall.
Praktisch sehen Nutzer eine Liste der Themen, die Instagram ihnen zuschreibt, dazu eine KI-generierte Zusammenfassung dieser Themen. Sie können einzelne davon hoch- oder runterdrehen. Und wenn ein Beitrag über ein solches Interesse ausgespielt wird, steht das Label direkt am Beitrag, etwa „Aus Laufen" oder „Aus Street Style", mit der Möglichkeit, von dort aus mehr davon zu sehen oder die Präferenz zu ändern.
Dein Beitrag bekommt sichtbar ein Themen-Etikett, und direkt daneben einen Schalter.
Was das für die Reichweite einzelner Accounts bedeutet, hat Instagram nicht beziffert, und belastbare Zahlen dazu gibt es bisher nicht. Was sich sagen lässt: Die Zuordnung deiner Inhalte zu einem Themenfeld wird für Nutzer sichtbar, und sie können darauf reagieren. Meine Einschätzung, ausdrücklich als solche: Wer für ein erkennbares Feld steht, hat es in diesem System leichter als jemand, dessen Beiträge sich keiner Kategorie zuordnen lassen. Belegt ist das nicht, beobachten lässt es sich in den nächsten Monaten an der eigenen Reichweite pro Themenfeld. Wenn du wissen willst, in welchem Feld dein Account derzeit überhaupt einsortiert wird: Genau diese Frage beantwortet ein Account Audit.
Instagram SoundsWarum ist die neue Audio-Funktion mehr als eine Musik-Sache?
Seit dem 21. Juli kannst du bei veröffentlichten Feed-Posts und Karussells den Ton austauschen. Likes, Kommentare, Shares und die bereits aufgebaute Reichweite bleiben erhalten. Vorher gab es dafür einen einzigen Weg: löschen, neu hochladen, bei null anfangen.
Klingt klein, ändert aber eine Rechnung, die du bisher jedes Mal aufmachen musstest. Ein Karussell mit 4.000 Views und einem Sound, der nach zwei Wochen nach gestern klingt, war bisher ein Post, den man in Ruhe ließ. Jetzt kannst du ihn aktualisieren, ohne seine Historie zu opfern.
Dein Schritt: Geh deine fünf stärksten Karussells der letzten sechs Monate durch. Wo der Ton der einzige schwache Punkt ist, tausch ihn. Kostet keine neue Produktion. Welche deiner Posts dafür infrage kommen, siehst du schneller, wenn jemand mitschaut. Genau dafür gibt es das Instagram Content Lab: eine Stunde live mit Judith, in einer Runde mit höchstens sechs Leuten, an dem Material, das bei dir ohnehin schon herumliegt.
SnapchatWas sagt Snapchats KI-Entscheidung über die nächsten Monate?
Snap hat am 31. Juli angekündigt, dass vollständig KI-generierte Videos nicht mehr für Empfehlungen im Spotlight-Feed infrage kommen. Inhalte, die mit Snaps eigenen KI-Werkzeugen bearbeitet oder verbessert wurden, bleiben empfehlungsfähig und tragen einen Transparenz-Hinweis. Posten darf man weiterhin alles, empfohlen wird es nicht mehr.
Die Begründung nennt Snap selbst: Spotlight solle ein Ort bleiben, an dem Menschen echte Kreativität von echten Menschen entdecken, weil es einen bleibenden Wert habe, originale Perspektiven und persönliches Erzählen zu belohnen. Dazu eine Zahl aus derselben Ankündigung: Die Zahl der Menschen, die weltweit überhaupt etwas zu Spotlight beitragen, ist im Jahresvergleich um über 120 Prozent gestiegen.
Die Linie dahinter ist älter als die Meldung. Im April hatte Snap dieselbe Richtung erst als Präferenz formuliert, im Juli wurde daraus eine Regel für das Empfehlungssystem. Und die Trennlinie verläuft nicht zwischen KI und keiner KI, sondern zwischen KI als Werkzeug an eigenem Material und KI als komplettem Ersatz für das Material.
Ob andere Plattformen nachziehen, ist offen. Snapchat ist bisher die einzige, die es so formuliert hat.
Wenn du bei einem dieser Punkte merkst, dass die Einordnung für dein Konto fehlt: Genau dafür gibt es die Power Hours. Bei der Performance Power Hour gehen wir dein Werbekonto durch, inklusive der Kampagnen, die am 1. September umgestellt werden. Bei der Marketing Power Hour geht es um die Ebene darüber, also Kanäle, Themen und die Frage, wofür dein Account erkennbar steht.
Oder lieber persönlich, im Coaching, je nach Thema: mit Judith, wenn es um Kanäle, Content und Positionierung geht, mit Barbara, wenn es ums Werbekonto, das Tracking und die Zahlen dahinter geht.
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